14.08.2026 13:45
Vermehrt Betrugsversuche auf Buchungsplattformen (booking.com, ..)
Momentan erreichen uns vermehrt Meldungen über Betrugsversuche in Bezug auf Reisebuchungen über Plattformen wie beispielsweise booking.com.
Eine der häufigsten Methoden der Kriminellen ist der Missbrauch echter Buchungsdaten. Dabei erhalten Personen nach einer tatsächlichen Buchung über eine Reiseplattform eine Nachricht per E-Mail, SMS oder Instant Messenger, die vorgibt von einer gebuchten Unterkunft oder der Buchungsplattform selbst zu stammen. Diese Daten erhalten die Täter:innen entweder durch kompromittierte Benutzer:innenaccounts auf Buchungsplattformen oder durch Datenlecks bei solchen.
Diese Nachrichten enthalten oft korrekte Details wie vollständige Namen, Buchungsnummern, Reisezeiten oder Informationen zur gebuchten Unterkunft. Darin fordern die Betrüger:innen die Empfänger:innen dann auf, ihre Zahlungsdaten auf einer externen Webseite neu einzugeben, weil angeblich Probleme mit der Buchung vorliegen (beispielsweise eine fehlgeschlagene Zahlung, ein abgelaufenes Zahlungsmittel oder eine fehlende Bestätigung). Bei besagter externer Webseite handelt es sich jedoch um eine Fälschung, die echte Loginmasken von Buchungsseiten, Fluggesellschaften oder Unterkünften in hoher Qualität nachahmt.
Besonders problematisch wird es für Opfer, wenn es Betrüger:innen gelingt die Accounts echter Unterkünfte auf Buchungsplattformen zu übernehmen. Sobald Kriminelle Zugang zu einem solchen Account haben, nutzen sie diesen "offiziellen" Kommunikationsweg um Gäste zu kontaktieren. Da diese Nachrichten über den echten Account versandt werden wirken sie legitim.
Eine andere beliebte Masche sind gefälschte Unterkünfte, sogenannte "Fake Listings". Hier erstellen Kriminelle attraktive, aber fiktive Unterkünfte auf Buchungsplattformen. Diese Angebote sind oft deutlich günstiger als vergleichbare Unterkünfte in der Region oder locken mit unrealistischem Luxus. Nach der Buchung und der Zahlung stellt sich dann heraus, dass die Unterkunft gar nicht existiert oder, seltener, bereits an andere Gäste vermietet ist.
Ein weiteres Problem sind gefälschte Supportseiten. Kriminelle erstellen gut gemachte Kopien der Supportangebote von Buchungsplattformen und versuchen zu erreichen, dass ihre Webseite bei Suchanfragen nach dem Kundenservice von Plattformen ganz oben zu erscheinen. Personen die sich dann an diese falschen Angebote wenden werden oftmals aufgefordert, Zahlungsdaten preiszugeben oder Gebühren für eine angebliche Buchungsbestätigung zu zahlen.
Die allermeisten dieser Betrugsversuche weisen typische Warnsignale auf:
- Die Aufforderung, Zahlungsdaten außerhalb der Plattform anzugeben. Ein seriöser Anbieter wird niemals verlangen, dass Kund:innen sensible Informationen über E-Mail, SMS, Instant Messenger oder Telefon preisgeben.
- Unbekannte Absenderadressen - echte E-Mails von Buchungsplattformen kommen niemals von kostenlosen Mailanbietern wie Yahoo, GMX und Konsorten
- Eine plötzlich notwendige Änderung der Zahlungsmethode - wenn während der Buchung eine Zahlung vor Ort möglich war und in weiterer Folge plötzlich eine Vorkasse verlangt wird.
- Vorgeblicher Zeitdruck ist ebenfalls ein klassisches Betrugsmerkmal. Nachrichten die eine sofortige Bestätigung einer Buchung verlangen um eine Stornierung der Buchung zu vermeiden sind in den allermeisten Fällen ein sicheres Zeichen für einen Betrugsversuch.
Weiters ist es sinnvoll die potentielle Unterkunft gründlich zu überprüfen. Lesen Sie Bewertungen und achten sie dabei auf detaillierte Erfahrungsberichte, nicht auf kurze und / oder generische Kommentare. Nutzen sie Möglichkeiten wie Google Maps Streetview, um die Adresse der Unterkunft zu verifizieren und suchen Sie nach externen Bewertungen auf Webseiten wie Google, TripAdvisor oder Trustpilot.
Seien Sie besonders vorsichtig bei Unterkünften, die auf Buchungsplattformen als "neu" gekennzeichnet sind. Prüfen Sie, ob die Unterkunft eine offizielle Webseite hat. Auch nach der Buchung ist es wichtig, weiterhin aufmerksam zu bleiben. Ignorieren Sie Nachrichten von unbekannten Mailadressen oder Telefonnummern, selbst wenn diese echte Buchungsdetails enthalten.
In unserer Rolle als nationales Computernotfallsteam der Bundesrepublik Österreich liegt unser Fokus auf technischer Cybersicherheit, es gibt aber eine Vielzahl von Initiativen die regelmäßig vor neuen Betrugsmaschen warnt, beispielsweise die Watchlist Internet oder Mimikama.
Falls Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Opfer eines Betrugs geworden sind sollten Sie schnellstmöglich Gegenmaßnahmen setzen. Kontaktieren Sie Ihre Bank um eine Sperre ihrer Bankomat- oder Kreditkarte zu erreichen. Ändern Sie zudem alle Passwörter, insbesondere für Ihr Konto auf der Buchungsplattform, ihr E-Mail-Postfach und Ihre Bankzugänge. Aktivieren Sie, falls noch nicht geschehen, die Zwei-Faktor-Authentifizierung auf allen Systemen und Konten bei denen dies möglich ist.
In weiterer Folge sollten Sie den Betrug den Polizeibehörden zur Kenntnis bringen. Wenden Sie sich dazu an ihre lokale Polizeiinspektion sowie die Meldestelle Cybercrime des Bundeskriminalamtes.