22. Dezember 2010
Update am 5. Jänner 2011
Die Sicherheitslücke ermöglicht Remote Code Execution - CERT.at ersucht daher um Beachtung der folgenden Meldung.
Beschreibung
Bereits Anfang Dezember wurde ein Fehler in der CSS-Verarbeitung
im Internet Explorer gemeldet,
damals waren aber die Details noch unter Verschluss. Am 20. 12. wurde ein
Demo-exploit in das Metasploit Framework aufgenommen, es ist daher
nun damit zu rechnen, dass dieser Fehler aktiv ausgenützt wird.
Von Seiten Microsofts liegt noch keine Stellungnahme vor.
Update (5. Jänner 2011):
Microsoft hat mittlerweile ein
Advisory dazu herausgegeben.
Auswirkungen
Dieses Problem kann bereits durch bloßes Aufrufen einer entsprechend
präparierten Webseite ausgenützt werden.
Da der Angreifer dadurch prinzipiell beliebigen Code auf betroffenen Systemen
ausführen kann, sind alle Daten auf diesen Systemen, sowie potentiell
alle durch diese erreichbaren (etwa durch ausspionierte Zugangsdaten, VPN,
Fileshares, etc.) Daten und anderen Systeme gefährdet.
Es ist zu erwarten, dass diese Schwachstelle schon bald in großem Stil
ausgenützt wird, und Links auf entsprechend präparierte Webseiten
etwa per Spam-Mail verteilt werden.
Betroffene Systeme
Alle Benutzer von Microsoft Internet Explorer der folgenden Versionen:
- Internet Explorer 6
- Internet Explorer 7
- Internet Explorer 8
auf den Plattformen Windows XP, Vista, 7, Server 2003 und Server 2008.
Abhilfe
Ein Patch seitens Microsoft steht noch nicht zur Verfügung, daher kann momentan
nur versucht werden, die Auswirkungen zu begrenzen, oder einen alternativen
Browser (zB
Mozilla Firefox,
Opera,
Google Chrome) zu verwenden.
Folgende Security-Features erschweren das Ausnützen des Fehlers. es ist
jedoch zu beachten, dass auch diese noch keinen vollständigen Schutz
vor dieser Lücke bieten:
Das deutsche
Buerger-CERT empfiehlt daher die Internet Explorer
Sicherheitseinstellungen so hoch zu setzen, dass ActiveX Controls und Active Scripting
nicht für alle Webseiten aktiv sind.
Update (5. Jänner 2011):
Microsoft hat mittlerweile ein
Advisory dazu herausgegeben.
Darin wird ebenso empfohlen, bis zum Erscheinen eines entsprechenden Updates, als Workaround eine höhere Sicherheitseinstellung (lt. Advisory dezidiert "Hoch") im Internet Explorer zu wählen.
Microsoft empfiehlt darin weiters, den Internet Explorer durch Einsatz ihres Tools
EMET akut zu "härten".
Hinweis
Generell empfiehlt CERT.at, wo möglich die "automatisches Update"-Features von Software zu nutzen, parallel Firewall-Software aktiv und den Virenschutz aktuell zu halten.
Informationsquelle(n):US-CERT Meldunghttp://www.kb.cert.org/vuls/id/634956Full Disclosure Posthttp://seclists.org/fulldisclosure/2010/Dec/110ThreatPost Meldunghttp://threatpost.com/en_us/blogs/new-remotely -exploitable-bug-found-internet-explorer-121010BreakingPoint Artikelhttp://www.breakingpointsystems.com/community/ blog/ie-vulnerability/MetasploitMetasploit Proof-of-Concept CodeComputerWorldhttp://www.computerworld.com/s/article/9202001/ Researchers_reveal_attack_code_for_new_IE_zero_dayUpdate: Advisory von Microsoft (englisch)http://www.microsoft.com/technet/security/advisory/2488013.mspxUpdate: Informationen zu Microsoft's Security-Tool EMEThttp://support.microsoft.com/kb/2458544