28. Dezember 2009
Kritische Sicherheitslücke in Microsofts IIS.
Wegen der Dringlichkeit und der zu erwartenden Tragweite des Problems bittet CERT.at
um Beachtung der folgenden Meldung:
Beschreibung
Laut Angaben eines unabhängigen
IT Sicherheitsexperten
sind Microsofts
Internet Information Services (IIS)
aktuell von einer gravierenden Verwundbarkeit betroffen.
Ein Angreifer könnte sich den Umstand unterschiedlicher Ansätze der Namensverifikation von hochzuladenden bzw. auszuführenden Dateien
zwischen (typischen) Webapplikationen und den IIS, zum Einschleusen von Schadcode auf dem betroffenen Server, zu Nutze machen.
Beispielsweise wird ein Dateiname wie "beispiel.asp;.jpg" üblicherweise von Webapplikationen aufgrund des abschließenden Suffixes ".jpg"
zum Upload akzeptiert. Seitens der IIS würde diese Datei allerdings als ASP angesehen und bei Abruf ausgeführt werden.
Auswirkungen
Da der Angreifer prinzipiell beliebigen Code auf betroffenen Systemen
ausführen kann, sind alle Daten auf diesen Systemen, sowie
potentiell alle durch diese erreichbaren (etwa durch ausspionierte Zugangsdaten, VPN,
Fileshares, etc.) Daten und anderen Systeme gefährdet.
Es ist zu erwarten, dass diese einfachst auszunützende Schwachstelle schon bald in großem Stil
ausgenützt wird.
Betroffene Systeme
Laut aktuellem Wissensstand sind alle älteren Versionen des IIS bis inklusive Version 6
betroffen. Eine Überprüfung der Version 7 ist noch ausständig. Die Version 7.5 ist laut
Information des Entdeckers
(Stand vom 25. Dezember) nicht betroffen.
Abhilfe
Microsoft stellt noch kein Update zur Verfügung.
Über die Rechte des Upload-Verzeichnisses kann die Ausführung von Code in selbigem unterbunden werden.
Dies ist über die Eigenschaften des betreffenden Vezeichnisses im IIS Manager zu erreichen.
Grundsätzlich ist es empfehlenswert, Upload-Verzeichnissen keinerlei Ausführungsrechte zu gewähren.
Da die Behebung dieses riskanten Zusammenspiels auf beiden Seiten, also auf IIS, wie auch Webapplikationen
zu erwarten ist, sollte unbedingt auch mit Updates etwaiger CMS-Lösungen gerechnet werden.
Hinweis
Generell empfiehlt CERT.at, womöglich die "automatisches Update"-Features von Software zu nutzen,
parallel Firewall-Software aktiv und den Virenschutz aktuell zu halten.
Informationsquelle(n):Bericht des Entdeckershttp://soroush.secproject.com/downloadable/iis-semicolon-report.pdfStellungnahme vom Microsoft Security Response Center (Englisch)http://blogs.technet.com/msrc/archive/2009/12/27/new-reports-of-a-vulnerability-in-iis.aspxMeldung auf Heisehttp://www.heise.de/security/meldung/Sicherheitsluecke-in-Microsoft-IIS-892828.htmlMeldung des Internet Storm Center (ISC) von SANS (Englisch)http://isc.sans.org/diary.html?storyid=7816